In Recklinghausen haben nur zwei Kitas nach 17 Uhr geöffnet

 

Bei Öffnungszeiten und Schließtage muss das Land mehr unterstützen.

Die SPD-Landtagsfraktion hat sich durch eine kleine Anfrage einen Überblick über die Öffnungszeiten der Kitas im Land verschafft. „Das Ergebnis“, so der heimische Landtagsabgeordnete Andreas Becker, „ist erschütternd. Landesweit haben nur vier Prozent der Kitas nach 17 Uhr geöffnet. Recklinghausen hängt selbst da noch hinterher: Hier haben nur zwei von 59 Kitas nach 17:00 Uhr geöffnet, das sind knapp über drei Prozent.“ Das sei vor allem für Alleinerziehende und Familien, in denen beide Eltern berufstätig sind, ein großes Problem.

Becker: „Wir wollen, dass für alle Eltern in Nordrhein-Westfalen eine Kita mit Öffnungszeiten von 7 Uhr bis 18 Uhr wohnortnah zu erreichen ist. 

Wir brauchen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Wohl und den Belangen von Kindern auf der einen und den Zeitansprüchen der Eltern aufgrund ihrer Berufstätigkeit auf der anderen Seite. Deshalb gilt für uns das Prinzip ,9 Stunden am Tag sind genug‘.“

Die Landesregierung habe zwar angekündigt, 100 Millionen Euro für die Ausweitung der Öffnungszeiten bereitzustellen, „aber das Geld kommt zu 80 Prozent von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und zu 20 Prozent von den Kommunen. Eigene Landesmittel stellen CDU und FDP nicht zur Verfügung, um das Problem anzugehen. Das ist ein schweres Versäumnis“, so Becker.

Ähnliches gelte im Hinblick auf die Anzahl der jährlichen Schließtage. Sie solle ohne Samstage, Sonn- und Feiertage zwanzig Tage im Jahr nicht überschreiten. Doch mehr als zwei Drittel der Kitas in NRW nutzen die gesetzlichen Spielräume und schließen länger. Becker stellt fest: „Im Sinne der Eltern muss das Land die Kitas stärker unterstützen. Doch die bisherigen Pläne zementieren den Status Quo mit starren Buchungszeiten und ohne nachhaltige Finanzreform für zusätzliches Personal.“

 

Hier ist die Antwort auf die kleine Anfrage.